Mit einer schlechten Meldung meldete sich IBM dieser Tage: Der IT-Konzern will zahlreiche Stellen streichen. In Deutschland ist die Sprache von bis zu 8000 Mitarbeitern. Hintergrund hierfür ist, dass sich IBM offenbar an einem neuen Arbeitnehmer-Modell orientiert: Mitarbeiter sollen dann nur noch für die Dauer der Projekte angeheuert werden – quasi auf freiberuflicher Basis. IBM bringt das natürlich eine Menge Vorteile. Vor allem aber wird dadurch Geld eingespart.

Effektive Auswahl: Die Besten der Besten

Die Nachrichtenmagazin Spiegel Online berichtet sogar von einer Plattform, die IBM ins Leben rufen will, und auf der sich neue Mitarbeiter bewerben können – und zwar weltweit. Für den Konzern hat diese Konkurrenz auf dem Markt neben Einsparnissen den positiven Nebeneffekt, dass so ein größeres Konkurrenzverhältnis unter den Bewerbern entsteht und sich IBM quasi die Besten der Besten für seine Projekte aus einer zentralen Anlaufstelle aussuchen, aber auch zertifizieren kann. Je nach Qualifikationen, die die freien Mitarbeiter mitbringen. Parallel werde die festangestellte Belegschaft auf einen wesentlichen Kern reduziert.

Internationale Arbeitspapiere ersetzen nationale Vorschriften

Organisiert und realisiert werden soll das alles dank eines Cloud-Services, in dem die freien Mitarbeiter auch beispielsweise Zeugnisse oder andere Formen von Bewertungen von den Arbeitgebern erhalten können. Ihre Verträge werden dabei für die Mitarbeit internationalisiert, so dass viele arbeitsrechtlich relevante Bedingungen der Heimatländer außer Kraft treten. Seitens IBM heißt es, man wolle so Talente fördern und die Produktivität steigern. Das Steigern der Wettbewerbsfähigkeit sei eine entscheidende Komponente in diesem neuen Geschäftsmodell. Dabei folgt IBM genau genommen nur einem allgemeinen Trend, denn in Deutschland sank der Anteil von unbefristeten Anstellungen in Vollzeit in einer Spanne von zehn Jahren um fast 20 Prozent. Im gleichen Atemzug stieg von 1999 bis 2009 die Zahl der Menschen, die ihr Geld zum Beispiel durch eine eigene Selbständigkeit oder der sogenannten Leiharbeit verdienen, um fast 80 Prozent.

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